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Praxisbeispiel
In der Kinderkrippe Ameisenburg sitzt der lernende FaBe Matteo Suter mit fünf Kindern im Morgenkreis. Der dreijährige Cyrill will mit Fabio in die Legoecke und mit den Duplos einen Zoo bauen. Die vierjährige Tugce möchte am Tisch die Elefantenfamilie zeichnen. Daria, gerade drei Jahre alt, will in die Puppenecke. Den dreieinhalbjährigen Juon haben die Krokodile beeindruckt – er möchte zuerst das Krokodillied singen. Matteo lässt abstimmen: Vier Kinder strecken auf, Cyrill nicht. Matteo erklärt: «Wir haben abgestimmt, die Mehrheit gilt.» Alle singen gemeinsam das Krokodillied.
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Leistungsziel f1.1.2 – Bedürfnisse erkennen und einordnen (K2)
a) Ordnen Sie den Wünschen der folgenden drei Kinder je eine Bedürfnisart zu und begründen Sie kurz. 1.5 P.
Cyrill (3 J.) möchte sofort zu den Duplos gehen.
BedürfnisartBegründung
Juon (3½ J.) möchte zuerst das Krokodillied singen.
BedürfnisartBegründung
Tugce (4 J.) möchte die Elefantenfamilie zeichnen.
BedürfnisartBegründung
b) Kreuzen Sie an, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind. 2 P. (prüft sich selbst – kein Copilot nötig)
1. Bedürfnisse sind bei allen Kindern gleich stark ausgeprägt.
✗ Richtig wäre: Falsch – Bedürfnisse sind individuell verschieden ausgeprägt.
✓ Richtig!
2. Ein unerfülltes Bedürfnis kann das Wohlbefinden eines Kindes beeinträchtigen.
3. Die FaBe muss alle Bedürfnisse der Kinder sofort erfüllen.
✗ Richtig wäre: Falsch – die FaBe priorisiert und begleitet, kann nicht alle sofort erfüllen.
✓ Richtig!
4. Kinder zeigen ihre Bedürfnisse durch ihr Verhalten.
✗ Richtig wäre: Richtig – Kinder kommunizieren Bedürfnisse über Mimik, Sprache und Verhalten.
✓ Richtig!
Leistungsziel f1.1.1 – Interessen und Ausdrucksformen von Kindern erfassen (K3)
Nach dem Morgenkreis gehen Cyrill und Fabio in die Legoecke und bauen mit den Duplos einen Zoo. Sie probieren verschiedene Bauvarianten aus und diskutieren lebhaft, wo welches Tier hingehört.
a) Beschreiben Sie, wie Matteo die Interessen von Cyrill und Fabio beim Duplo-Spiel gezielt erfassen kann. Nennen Sie zwei konkrete Möglichkeiten. 2 P.
Möglichkeit 1Möglichkeit 2
b) Erläutern Sie, warum es für die FaBe wichtig ist, die Interessen der Kinder zu kennen. Begründen Sie fachlich. 1 P.
Leistungsziel f1.1.3 – Selbstkonzept und Selbstwertgefühl erläutern (K3)
Cyrill streckt nicht auf. Matteo erklärt: «Wir haben abgestimmt, die Mehrheit gilt.» Cyrill muss mitsingen, obwohl er das nicht wollte.
a) Erläutern Sie, was unter Selbstkonzept verstanden wird. 1 P.
b) Beschreiben Sie zwei Handlungen, mit denen Matteo in dieser Situation Cyrills Selbstwertgefühl stärken könnte. 2 P.
Handlung 1Handlung 2
Leistungsziel f1.2.1 – Psychosoziale Entwicklung nach Erikson erklären (K2)
Cyrill ist drei Jahre alt. Er will sofort zu den Duplos gehen, muss aber mitsingen, weil die Mehrheit so entschieden hat.
a) Nennen Sie die Entwicklungsstufe nach Erikson, die für Cyrill in diesem Alter typisch ist. 0.5 P.
b) Beschreiben Sie, worum es in dieser Stufe geht. 1 P.
c) Erläutern Sie, wie Matteos Entscheidung («die Mehrheit gilt») auf Cyrills Entwicklung wirken könnte. 1 P.
Leistungsziel f1.2.2 – Selbstbildungsprozesse erläutern und begleiten (K2)
Nach dem Morgenkreis gehen Cyrill und Fabio in die Legoecke und bauen mit den Duplos einen Zoo. Sie probieren verschiedene Bauvarianten aus, streiten sich kurz darüber, wo das Krokodil hingehört, und einigen sich schliesslich.
a) Erläutern Sie anhand von zwei Merkmalen, warum das Bauen mit den Duplos ein Selbstbildungsprozess ist. 2 P.
Merkmal 1Merkmal 2
b) Beschreiben Sie eine Handlung, mit der Matteo den Selbstbildungsprozess der beiden Kinder gezielt unterstützen kann. 1 P.
Leistungsziel f2.1.1 (transversal) – Wahrnehmung als Grundlage des Handelns (K2)
Im Morgenkreis beobachtet Matteo die Kinder. Er bemerkt, dass Cyrill schweigt und in Richtung der Duplos schaut. Juon wippt aufgeregt auf seinem Platz. Matteo denkt: «Cyrill ist heute wieder schlecht gelaunt.»
a) Erläutern Sie, warum Matteos Wahrnehmung nicht objektiv ist. 1 P.
b) Beschreiben Sie zwei Faktoren, die Matteos Wahrnehmung der Kinder beeinflussen könnten. 2 P.
Faktor 1Faktor 2
c) Erklären Sie, was Matteo tun sollte, bevor er seinen Eindruck über Cyrill weitergibt. 1 P.
Leistungsziel f1.4.1 – Beobachtung von Interpretation unterscheiden (K2)
Matteo notiert nach dem Morgenkreis verschiedene Aussagen über die Kinder.
a) Geben Sie für jede Aussage an, ob es sich um eine Beobachtung (B) oder eine Interpretation (I) handelt. 2.5 P. (prüft sich selbst – kein Copilot nötig)
1. «Vier Kinder strecken die Hand auf.»
✗ Richtig wäre: B – sichtbares, beschreibbares Verhalten.
✓ Richtig!
2. «Cyrill will nicht mitmachen.»
✗ Richtig wäre: I – «will nicht» ist eine Annahme über den inneren Zustand.
✓ Richtig!
3. «Juon singt laut mit.»
✗ Richtig wäre: B – beobachtbares, beschreibbares Verhalten.
✓ Richtig!
4. «Daria fühlt sich ausgeschlossen.»
✗ Richtig wäre: I – Gefühle können nicht direkt beobachtet werden.
✓ Richtig!
5. «Alle Kinder sitzen im Kreis auf dem Boden.»
✗ Richtig wäre: B – direkt sichtbare Tatsache.
✓ Richtig!
b) Formulieren Sie die Aussage «Cyrill will nicht mitmachen» als professionelle Beobachtung um. 1 P.
Leistungsziel f1.4.2 – Professionelle Beobachtung planen und durchführen (K3)
Matteo möchte das Verhalten von Cyrill im Morgenkreis gezielt und professionell beobachten, um ihn besser zu verstehen und seine Entwicklung zu unterstützen.
a) Nennen Sie drei Merkmale einer professionellen Beobachtung. 1.5 P.
Merkmal 1Merkmal 2Merkmal 3
b) Erläutern Sie, warum es wichtig ist, Beobachtungen zeitnah zu dokumentieren. 1 P.
c) Beschreiben Sie, wie Matteo sicherstellen kann, dass seine Beobachtung möglichst wenig von seiner persönlichen Meinung beeinflusst wird. 1 P.
Leistungsziel f1.6.1 – Beobachtungsmethoden anwenden und vergleichen (K3)
Matteo soll Cyrills Verhalten im Freispiel mit einer geeigneten Beobachtungsmethode erfassen.
a) Nennen Sie zwei Beobachtungsmethoden und beschreiben Sie je einen Vorteil und einen Nachteil. 2 P.
Methode 1 – NameVorteilNachteil
Methode 2 – NameVorteilNachteil
b) Begründen Sie, welche Methode Sie für die Beobachtung von Cyrills Selbstbildungsprozessen im Freispiel empfehlen würden. 1.5 P.
Empfohlene MethodeBegründung
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