Erikson: Zeitstrahl bauen und Situationen deuten

HK f1  |  Block 5, Kapitel 3  |  Leistungsziel f1.2.1

Warum ist «Selber!» altersgemäss, und wie wird aus einem Konflikt eine Stärke?

Drei Teile

  • Teil 1: Die Entwicklungsaufgabe. Was hat das Kind in dieser Phase zu bewältigen? Sie ordnen jeder der fünf Phasen die passende Aufgabe zu.
  • Teil 2: Der Konflikt. Jede Aufgabe ist ein Spannungsfeld zwischen zwei Polen. Sie ordnen jeder Phase die passende Frage zu, die das Kind in dieser Phase beschäftigt. Den Fachbegriff dazu erhalten Sie in der Rückmeldung.
  • Teil 3: Zwölf Situationen aus der Praxis. Sie erkennen die Entwicklungsaufgabe am Verhalten. Bei vier Situationen folgt die Frage, wie Sie reagieren.
Entwicklungsaufgabe und Konflikt gehören zusammen: Die Aufgabe sagt, worum es geht. Der Konflikt sagt, zwischen welchen beiden Polen sich das Kind bewegt. Gesund ist, wenn beide Pole entwickelt sind und das positive Ende überwiegt.

Für Schnelle: Am Schluss wartet ein Zusatzteil zu den Stufen 6 bis 8, den drei Phasen des Erwachsenenalters.

Zu zweit an einem Gerät: Bevor Sie klicken, begründen Sie einander Ihre Wahl.

Teil 1 von 3: Die Entwicklungsaufgabe

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Zusatzteil für Schnelle: die Stufen 6 bis 8

Erikson beschreibt acht Phasen. Drei davon liegen im Erwachsenenalter. Für Ihre Arbeit sind sie kein Prüfungsstoff, aber Sie begegnen ihnen täglich: bei den Eltern der Kinder, in Ihrem Team und bei den Grosseltern, die abholen kommen.

Ihr Zeitstrahl im Überblick

AlterPhaseEntwicklungsaufgabeKonfliktStärke
0 bis 1SäuglingsalterVertrauen fassenUrvertrauen gegen Urmisstrauen
Kann ich mich auf die Welt verlassen?
Hoffnung
1 bis 3KleinkindalterEinen eigenen Willen entwickelnAutonomie gegen Scham und Zweifel
Darf ich selbst entscheiden?
Wille
3 bis 6SpielalterEigene Ideen umsetzenInitiative gegen Schuldgefühl
Darf ich etwas anpacken?
Zielstrebigkeit
6 bis 12SchulalterEtwas können und leistenWerksinn gegen Minderwertigkeit
Kann ich etwas leisten?
Kompetenz
12 bis 18AdoleszenzHerausfinden, wer ich binIdentität gegen Rollenkonfusion
Weiss ich, wer ich bin?
Treue
18 bis 40Frühes ErwachsenenalterSich auf andere einlassenIntimität gegen IsolationLiebe
40 bis 65Mittleres ErwachsenenalterWeitergeben und für andere sorgenGenerativität gegen StagnationFürsorge
65 und älterHohes ErwachsenenalterDas eigene Leben annehmenIntegrität gegen VerzweiflungWeisheit

Das nehmen Sie mit

Beschämung schadet in jeder Phase. Hinter «schwierigem» Verhalten steckt fast immer eine altersgemässe Entwicklungsaufgabe.
  • Was ein Kind braucht, ändert sich mit dem Alter. Dasselbe Verhalten ist in einer Phase gesund und in einer anderen ein Warnsignal.
  • Die Stärken bauen aufeinander auf: Wer Urvertrauen hat, traut sich Autonomie zu, wer Autonomie hat, wagt eigene Initiative.
  • Es ist nie zu spät, etwas nachzuholen. Auch ältere Kinder können Vertrauen und Zutrauen neu aufbauen.

Übertrag auf Ihr Dokumentationskind (wird nicht gespeichert, übertragen Sie Ihre Antwort ins Begleitheft):

In welcher Phase steht Ihr Dokumentationskind, und woran erkennen Sie das? Nennen Sie ein beobachtetes Verhalten, keine Deutung.

HK f1  |  lernwelt-fabe.ch  |  Übung zu Kapitel 3: Psychosoziale Entwicklung nach E. Erikson